Eine fantastische Tour in den zentralen Vulkan-Krater der Insel La Palma zur Playa de la Taburiente und von dort aus durch den beeindruckenden Barranco de las Angustias wieder zurück zum Ausgangspunkt. Die Fahrt vom Parkplatz zum Ausgangspunkt der Wanderung erfolgt mit dem Taxi.
Übersicht
| Region | Los Llanos, Aridanetal, Westen |
| Strecke | 14,5 km |
| Anstieg / Abstieg | 140 m / 995 m |
| Schwierigkeit | mittel |
| Zeitbedarf | 6,5 Stunden, davon 5,5 Stunden Gehzeit |
| Anforderung | gut Kondition, festes Schuhwerk, ggf. Wanderstöcke |
| Download GPX | Los Brecitos – Barranco de las Angustias – Track |
Übersicht Track

Nützliche Hinweise
Taxi
Am angegebenen Parkplatz lässt Du Dein Auto stehen und fährst mit dem Taxi zum Ausgangspunkt der Wanderung oberhalb des Bergdorfes Los Brecitos. Das Taxi kostet 51,- EUR und Du kannst es Dir ggf. noch mit anderen Wanderern teilen, die Du am Parkplatz triffst – bis zu vier Leute werden ggf. mitgenommen. Das erste Taxi kommt meist kurz nach Sonnenaufgang zum Parkplatz und man muss nichts vorbestellen. Die Fahrt nach oben dauert ca. 20-30 Minuten.
Mit dem eigenen Auto nach Los Brecitos
Theoretisch kannst Du auch mit dem eigenen Auto zum Ausgangspunkt fahren. Allerdings ist die Strecke extrem eng und kurvig, so dass ich das nicht empfehlen würde. Am Ausgangspunkt und in der Nähe gibt es keine Möglichkeit, ein Fahrzeug zu parken. Gönne den Taxifahrern ihr Einkommen und genieße die sichere Fahrt nach oben.
Startzeit
Gehe davon aus, dass Du ggf. 6-7 Stunden unterwegs bist und plane so, dass Du unbedingt bei Tageslicht noch den Parkplatz erreichst. Ich empfehle, zwischen 8:00 und 10:00 Uhr ins Taxi zu steigen.
Barranco de las Angustias
Im Barranco de las Angustias ist die Gefahr von Steinschlag und komplett abrutschenden Hängen besonders groß. Die meisten Teile kann man trotzdem mit moderatem Risiko im Talgrund des Barrancos gehen. Allerdings gibt es zwei besonders gefährliche Stellen, an denen Du die Wanderwege oberhalb benutzen solltest. Diese habe ich unten beschrieben.
Wetter
Nach stärkeren Regenfällen ist der Barranco meist für mindestens eine Woche gesperrt und auch bei starkem Wind solltest Du aus Sicherheitsgründen eher auf die Tour verzichten. Erkundige Dich daher vorher nach Wegsperrungen (s. Hinweise).
Startpunkt
Die Anfahrt zu dem etwas oberhalb des Bachbettes gelegenen Parkplatz erfolgt von Los Llanos aus. Der Parkplatz befinden sind an den Koordinaten N29° 41.142′, W 017° 54.571′ (Google Maps Link). Am Beginn der Straße nach unten steht links eine kleine Holz-Hütte, die meist mit einem Ranger besetzt ist – hier kannst Du erfahren, ob der Trail komplett geöffnet ist.
Wegbeschreibung
Nachdem Du mit dem Taxi am Startpunkt angekommen bist, kannst Du erstmal die traumhafte Aussicht in die Caldera de Taburiente genießen. Los geht es dann auf dem Weg Richtung Barranco de Taburiente und Zona de Acampada (Campingplatz).

Der Weg führt im ersten Abschnitt weitgehend Höhe haltend durch den Kiefernwald. Diese Teil lässt sich sehr angenehm und zügig gehen.

Du passierst zahlreiche Barrancos, die hier im oberen Bereich noch sehr klein sind und durch kleine Holzbrücken überwunden werden.

An den Stellen, an denen der Wald etwas lichter ist, hast Du traumhafte Ausblicke. Aus der Gegenüberliegenden Seite siehst Du rechts den Pico Bejenado und links davon die Cumbrecita.



Ein Stück hinter dem Barranco de Risco Liso findest Du einen Wegweise nach rechts. Der Weg führt Dich zu 9 außergewöhnlich großen Kiefern.

Dafür musst Du allerdings 1,2 km mehr Strecke und 74 zusätzliche Höhenmeter absolvieren. Wenn Du Kiefern-Liebhaber bist, solltest Du dir das auf jeden Fall ansehen 😉

Ein Stück weiter geht es dann langsam deutlich nach unten und irgendwann kannst Du schon das Ruschen des Taburiente-Baches hören.

Nach ca. zwei Stunden kommst Du dann schließlich am rauschenden Taburiente-Bach an, das gesamte Terrain nennt sich Playa de Taburiente. Ein wundervoller Platz für eine Pause.

Die Kulisse ist ein Traum, Du befindest dich jetzt mitten im mächtigsten Vulkan-Krater der Insel La Palma, gesäumt von über 1.000 Meter hohen Felswänden.

Das Wasser fließt hinunter in den Barranco de las Angustias, Du wirst diesen Bach später bei „Dos Aguas“ noch einmal überqueren.

Wenn Du dem Weg über den Bach ca. 100 Meter weiter folgst, landest Du auf dem Campingplatz (Zona Acampada). Hier kannst Du im eigenen Zelt übernachten, musst allerdings alles notwendige (inkl. Lebensmitteln) selbst mitbringen.

Das Gebäude oberhalb des Campingplatzes beherbergt ein kleines Museum und Toiletten und es ist während der Öffnungszeiten ein Ranger anzutreffen.


Von hier aus folgst Du dem Weg, der bald steil abwärts in Richtung Barranco de las Angustias führt. An einigen Stellen wird noch einmal auf die Steinschlag-Gefahr hingewiesen, hier solltest Du zügig vorwärts gehen. Einige abgerutschte Stellen sind dann auch zu sehen.

Der obere Teil ist noch recht gemütlich zu gehen.

Die Felsnadel, die Du vor dem Pico Bejenado siehst, ist der Roque Idafe. Nach der Mythik der Guanchen hält er Himmel und Erde zusammen und damit das so bleibt, wurden angeblich Tieropfer dargebracht.

An einigen Stellen eröffnet sich noch einmal ein Blick auf die riesig aufragenden Felswände der Kraters.

Nach ca. einer Stunde erreichst Du das Bett des Barranco de las Angustias. Wenn Du die Cascades de los Colores besuchen möchtest (in unserem Weg enthalten), hälst Du dich links.

Die Cascades de los Colores sehen mittlerweile so aus, wie auf dem Bild unten. In den starken Regenfällen der letzten paar Jahre wurden so viele Steine nach unten gespült, dass von der einst mal 5-10 Meter hohen Mauer nur noch 2-3 Meter herausschauen. Der Barranco verändert sich beständig.

An den Cascades de los Colores drehst Du dann wieder um und folgst dem Barranco de las Angustias nach unten. Ein Blick zurück lohnt sich, Du kannst noch einmal den Roque Idafe sehen.

Ein Stück weiter erreichst Du Dos Aguas, einen Zusammenfluss von zwei Bächen. Der Taburiente-Bach kommt hierbei von rechts. Hier musst Du einen Weg auf die andere Seite finden. Oft findet sich eine gute Stelle, wenn Du dem Taburiente-Bach ein Stück (ca. 50-100 Meter) nach rechts folgst.

An der Station oben im Bild wird das meiste Wasser „eingesammelt“ und zu großen Teilen für Bananen- und Avocado-Anbau verwendet. Hier kannst Du erstmal direkt im Bachbett bergab gehen.

Wenn etwas mehr Wasser durch die Schlucht fließt, sind wasserdichte Schuhe manchmal der Game-Changer 😉

Wenn Du die Stelle unten im Bild erreichst, solltest Du dem Wanderweg nach rechts oben folgen, da die Passage im Bachbett durch möglichen Steinschlag sehr gefährlich ist.

Der Weg oben herum ist gut zu gehen und bringt einige schöne Ausblicke von oben in die Schlucht.

In den Büschen versteckt befindet sich sogar noch eine kleine Hütte. Der Weg führt Dich nach einer Weile an einer Leitungsbrücke wieder hinunter in das Bachbett.

An der Stelle unten im Bild solltest Du dem Wanderweg nach links oben folgen. Er umgeht eine Passage, die sonst nur mit einer gefährlichen Kletter-Aktion zu überwinden ist. Davon rate ich Dir ab, weil man recht unkontrolliert nach unten rutschen muss.

Als Belohnung für den kleinen Aufstieg gibt es noch einmal einen tollen Ausblick in die Schlucht. Der Krater rückt langsam etwas in die Ferne.

Wenn Du wieder im Bachbett angekommen bist, lohnt sich noch ein kleiner Abstecher nach rechts, um die Felsen-Brücke und den kleinen Wasserfall zu bestaunen.

Von hier aus ist es weniger als eine Stunde zum Parkplatz, wesentliche Hindernisse stehen nicht mehr im Weg.

An dem Lava-Brocken weitet sich das Bachbett und Du bist bald am Parkplatz.