Grundsätzlich ist La Palma ein schönes Reiseziel für das gesamte Jahr. Das Klima ist ganzjährig sehr angenehm, im Sommer nicht zu heiß und im Winter nicht zu kalt. Allerdings gibt es auch Saison-Zeiten, in denen die Insel extrem voll ist und Unterkünfte rar und teuer sind und Du vielleicht auch keinen Mietwagen mehr reserviert bekommst.
Daher gebe ich Dir nachfolgende einige Informationen, um die für Dich beste Reisezeit auszuwählen.

Klima
Grundsätzlich sind die Unterschiede zwischen Sommer und Winter auf La Palma nicht so groß, wie im Norden Europas. Das bedeutet, im Sommer wird es selten extrem heiß und im Winter nicht wirklich kalt. An der Küste kannst Du im Winter zwischen 19°C und 23°C (Tageshöchsttemperatur) und im Sommer zwischen 24°C und 30°C erwarten. Allerdings habe ich selten eine Region erlebt, in der es auf so engem Raum solche enormen Unterschiede gibt, wie auf La Palma.
Im Winter (November bis Januar) regnet es häufiger mal. In Klimatabellen sind 9-10 Tage angegeben. Das bedeutet allerdings nur, dass es irgendwann am Tag mal irgendwo auf der Insel regnet. Eine Regenjacke im Gepäck ist allerdings immer ein guter Begleiter. Im Sommer regnet es auf der Westseite teilweise monatelang nicht – zumindest im Sonnen-Dreieck zwischen Tazacorte, Puerto Naos und Los Llanos. Dementsprechend karg und trocken ist es dann auch.
Calima
Unter Calima versteht man trockenen Wind, der aus der Sahara hinüber weht und feinen Sand und Staub mit sich bringt. Die Sicht verschlechtert sich und wer empfindlich ist, merkt das auch beim Atmen – große Anstrengungen sollte man dann also vermeiden.
Im Winter kann das ganz angenehm sein, weil die Temperaturen dann mal auf 25 °C steigen. Im Sommer ist das eher unangenehm, denn die Temperaturen erreichen dann gut und gerne mal die 40°C-Marke. Allerdings ist es dann in Höhenlagen heißer, als an der Küste, wo die Temperatur selten über 30°C steigt. Eine Bergwanderung sollte man daher vermeiden. Aber die Temperatur-Verteilung auf der Insel ist auch hier sehr unterschiedlich und kaum vorhersehbar.
Während eines Sommer-Calima ist oft die Waldbrandgefahr extrem hoch. In diesem Fall wir dann fast das gesamte Wanderweg-Netz gesperrt. Zum einen, um das Auslösen von Waldbränden zu verhindern, zum anderen aber auch, weil viele Wanderungen dann zu einer tödlichen Fall werden können. Erkundige Dich also vorher bitte über den jeweiligen Stand der Anordnungen. Wandern kannst Du dann ggf. noch im südlichen Teil der Insel, in dem es keine Wälder gibt (z.B. Wanderung zum Volcán de Teneguía).
Regen
Auf La Palma gehen teilweise heftige Regenfälle nieder. 200 Liter pro Quadratmeter in 24 Stunden habe ich auch schon mal miterlebt. In den Bergen fällt dann häufig auch Schnee. Da die Insel extrem steil ist, gibt es überall Steinschläge – auch die Straßen liegen dann voll mit Steinen und Vorsicht ist angesagt.
Dementsprechend ist nach starken Regenfällen auch ein Teil des Wanderweg-Netzes gesperrt. Bis die entsprechenden Wege wieder gefahrlos begehbar sind, kann es durchaus bis zu einer Woche dauern. Das betrifft speziell die Angustias-Schlucht, La Zarza und eine Reihe weitere Wege.
Regionen
Grundsätzlich kann man sagen, dass es auf der Ostseite der Insel (speziell im Winter) häufiger bewölkt ist, als auf der Westseite. Das wirst Du häufig erleben, wenn Du auf der LP-3 von Santa Cruz nach Los Llanos fährst und durch den „magischen Tunnel“ kommt – im Osten regnet es und im Westen scheint die Sonne.
In Höhenlagen ist es generell kühler, als an der Küste (bei Calima ist es umgekehrt). Im Winter machst das je 100 Höhenmetern bis zu einem Grad aus. Im Norden ist das Wetter durch die Höhenlage etwas durchwachsener und über Barlovento hängt meist eine dicke Wolkenformation.
Der Süden ist auf der Westseite schön, direkt an der Südspitze (Faro de Fuencaliente) weht allerdings häufig ein strammer Wind.
Saison-Zeiten
Winter
In der Zeit von Anfang Dezember bis Mitte Januar ist es auf La Palma definitiv am vollsten. Zu dieser Zeit sind viele Ausländer (meist Deutsche) auf der Insel, die den Winter dort verbringen (Überwinterer). Rund um die Weihnachtszeit (die hier bis zum 6. Januar) dauert, haben viele Palmeros Besuch von ihren Verwandten. Hinzu kommen die vielen Touristen, die dem Winter in Nordeuropa entfliehen und die Zeit um den Jahreswechsel hier verbringen möchten. In dieser Zeit platzt die Insel aus allen Nähten und Du musst Dich rechtzeitig um Flüge, Unterkunft und ggf. Mietwagen kümmern.
Gerade in dieser Saison-Zeit kommt es in letzter Zeit immer wieder vor, dass eine langfristig gebuchte Unterkunft vom Anbieter wieder storniert wird, um sie für den doppelten Preis noch einmal wieder anzubieten. Hier ist also leider Vorsicht geboten.
Eigentlich kann ich Dir nur davon abraten, im Dezember und Januar auf die Insel zu kommen.
Sommer
Während der Spanischen Ferienzeit im Sommer kommen zahlreiche Touristen vom Spanischen Festland (Peninsula) nach La Palma. Hier auf der Insel ist es dann deutlich besser auszuhalten, als auf teilweise bis zu 40°C heißen Festland.
Es ist dann auch einiges los auf der Insel, allerdings sind nicht ganz so viele Wanderer unterwegs. Viele Spanier tummeln sich gerne am Strand oder machen Ausflüge mit dem Auto über die Insel. In dieser Zeit gibt es auch besonders viele Fiestas, die Spanier feiern gerne und auch die Palmeros selbst haben in dieser Zeit natürlich auch Urlaub.
Frühjahr und Herbst
Frühjahr und Herbst sind die beschaulichsten Zeiten auf der Insel. Es ist wenig los, das Wetter ist überwiegend gut und man findet problemlos eine Unterkunft und einen Mietwagen. Unter objektiven Gesichtspunkten ist dies die beste Reisezeit.
Fazit
Die beste Reisezeiten um die Insel zu erkunden, sind Frühjahr und Herbst. Dann ist La Palma nicht überlaufen, das Wetter ist meist traumhaft und die Wanderwege sind offen.